Anschlagketten-Prüfung in Bremen
Anschlagketten gehören zu den am häufigsten eingesetzten Anschlagmitteln in Industrie, Hafen und Handwerk. Ihre regelmäßige Prüfung ist essenziell für die Arbeitssicherheit.
Anschlagketten – Einsatz und Belastung
Anschlagketten finden in nahezu allen Branchen Anwendung, in denen Lasten gehoben und bewegt werden. Sie bestehen aus Rundstahlketten der Güteklasse 8 oder 10 und sind mit Aufhängegliedern, Verbindungsgliedern und Haken ausgestattet. Kettengehänge können als Einzel-, Doppel-, Drei- oder Vierstrang-Gehänge ausgeführt sein.
Typische Einsatzbereiche in Bremen sind:
- Hafenumschlag und Containerbetrieb
- Stahlbau und Metallverarbeitung
- Maschinen- und Anlagenbau
- Logistik und Spedition
- Baugewerbe und Handwerk
Prüfkriterien für Anschlagketten
Die Prüfung von Anschlagketten nach DGUV Regel 109-017 umfasst mehrere Prüfpunkte. Folgende Kriterien führen zur Ablegereife:
Verschleiß
Die Kettenglieder unterliegen einem natürlichen Verschleiß durch Reibung aneinander und an Lasten. Ist die Nenndicke an einer Stelle um mehr als den zulässigen Wert (abhängig von Güteklasse und Nenndicke) verringert, muss die Kette ausgesondert werden.
Längung
Durch Überlastung oder Dauerbelastung können sich Kettenglieder bleibend verformen und längen. Die zulässige Längung ist von der Güteklasse und der Teilung abhängig. Eine überschrittene Längung ist ein eindeutiges Ablegekriterium.
Verformung
Kerben, Riefen, Quetschungen oder andere mechanische Beschädigungen beeinträchtigen die Tragfähigkeit. Auch geringfügige Verformungen können zu Spannungsspitzen und zum vorzeitigen Versagen führen.
Korrosion
Lochfraß, starke Rostbildung oder Spaltkorrosion beeinträchtigen die Festigkeit. Besonders im Bremer Hafen mit salzhaltiger Atmosphäre ist Korrosion ein relevantes Prüfkriterium.
Güteklassen bei Anschlagketten
Anschlagketten werden in Güteklassen eingeteilt, die Auskunft über die Festigkeit des Materials geben:
- Güteklasse 8 (G80): Standard für Anschlagketten, gekennzeichnet durch eine „8" oder „T" auf den Gliedern. Nennspannung 800 N/mm².
- Güteklasse 10 (G100): Höhere Tragfähigkeit bei gleicher Nenndicke, gekennzeichnet durch eine „10". Ermöglicht leichtere Ketten bei gleicher Traglast.
- Güteklasse 12 (G120): Noch höhere Festigkeit, jedoch seltener im Einsatz.
Die Güteklasse muss auf jedem Kettenstrang erkennbar sein. Fehlt die Kennzeichnung, darf die Kette nicht verwendet werden.
Prüfumfang bei Anschlagketten
Die regelmäßige Prüfung umfasst:
- Sichtprüfung aller Kettenglieder auf Verschleiß, Längung und Verformung
- Messung der Nenndicke an mehreren Stellen je Kettenglied
- Kontrolle von Aufhängeglied, Verbindungsgliedern und Haken
- Prüfung der Kennzeichnung (Güteklasse, Tragfähigkeit, Hersteller)
- Funktionsprüfung von Sicherungselementen an Haken
- Dokumentation im Prüfbuch mit nächstem Prüftermin
Keine pauschalen Fristen: Die Prüffristen für Anschlagketten sind nicht allgemeingültig festgelegt. Sie richten sich nach den Einsatzbedingungen (Häufigkeit, Belastung, Umgebung), der Gefährdungsbeurteilung und den Herstellerangaben. Ketten im Hafen- oder Außeneinsatz können kürzere Prüfintervalle erfordern als solche in sauberer Innenumgebung.
Dokumentation der Kettenprüfung
Jede geprüfte Kette muss eindeutig identifizierbar sein – entweder durch eine individuelle Kennzeichnung (z. B. Anhänger mit ID-Nummer) oder über das Kettengehänge selbst. Das Prüfergebnis wird im Prüfbuch dokumentiert und muss mindestens folgende Angaben enthalten:
- Prüfdatum und Name des Sachkundigen
- Identifikation der geprüften Kette
- Ergebnis der Prüfung (bestanden / nicht bestanden)
- Festgestellte Mängel und Maßnahmen
- Nächster Prüftermin
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